18. Januar 2017

Mittwochs Mag Ich: Kaffeesatz-Leserei

Mittwochs mag ich für mich etwas Gutes tun und heute Morgen ist es wieder soweit für eine Kosmetikbehandlung!



Trockene Haut im Winter - wer kennt das nicht?

Bei mir sind es immer die Schienbeine, die aussehen wie Reispapier.
Mein Hausrezept für ein schönes Peeling ist Kaffeesatz!

Morgens nehme ich mir drei oder vier gebrauchte Kaffeepads von unserer Senseo-Maschine mit in die Dusche, reiße sie auf und rubbele mir damit die Beine, Unterarme und Ellenbogen ab
Die Dusche sieht danach zwar immer so aus als hätte man dort Pflanzen umgetopft, aber das lässt sich leicht abspülen.
Angenehmer Nebeneffekt: ich rieche sehr lecker nach Kaffee!

Wenn ich Zeit habe - und heute habe ich die - mache ich mir noch eine schöne Gesichtsmaske aus Kaffeesatz. Dazu feuchte ich das Gesicht mit einem Waschlappen lauwarm an und reibe den Kaffeesatz ebenfalls auf das Gesicht (nicht zu doll). Ich lasse es etwa fünf Minuten drauf und spüle es dann mit lauwarmem Wasser ab. Anschließend schütte ich mir noch mehrere Ladungen eiskaltes Wasser ins Gesicht, tupfe es trocken und öle es mit einigen Tröpfchen Mandelöl.
Danach ist die Haut samtig weich!

Wen der Kaffeegeruch auf der Haut nicht stört, der sollte wirklich mal zu diesem natürlichen Schönmacher greifen!

Euch einen schönen Mittwoch!

Gros bisou
Sandra

Verlinkt bei Frollein Pfau

13. Januar 2017

Friday - Flowerday 2/2017



Obwohl ich den schon lange schmorenden Post über Shanghai heute gepostet habe, muss ich doch nach langer Zeit wieder beim Friday -Flowerday mitmachen.



Mein Mann stieg gestern mit einem opulenten Blumenstrauß aus dem Zug. Den muss ich einfach würdigen.



Er ist so groß, dass ich einen weiß-gläsernen Übertopf nehmen musste, damit er sich richtig entfalten kann.



Er hat fröhliche, sanfte Farben gewählt: Gelb, und ein zartes Lachsfarben.
Am Montag war ich mal in der Stadt und habe in einem netten Laden der "Dille & Camille" heißt, diese drei netten weißen Häuschen gekauft. (Das ist so ein Laden bei dem man erst wenn man drinsteht merkt, dass man ganz dringend braucht, was es dort zu kaufen gibt!)

Ich finde, das sieht nett zusammen aus, und ihr?

Ich wünsche euch ein schönes verschneites oder unverschneites Wochenende!

Gros bisou
Sandra

Link up to Holunderblütchen Friday Flowerday

Shanghai 2. Teil

Es gibt zwei Lager: Die Einen die Shanghai lieben und Peking nicht, und diejenigen bei denen es umgekehrt ist. Diesen Eindruck hatte ich, wenn ich mich mit Leuten vor unserer Reise über China unterhalten habe. Leider kann ich nicht mitreden, denn bis jetzt habe ich nur Shanghai gesehen - und sehr gemocht! Sicher: in den dreieinhalb Tagen konnten wir die riesige Stadt wirklich nur oberflächlich erkunden, aber der Eindruck war doch so, dass ich wiederkommen möchte, um noch mehr zu sehen!

Die Geschichte Shanghais ist geprägt, ich erwähnte es schon, durch den Opiumkrieg 1840 - 1842. Eine sehr einseitige Handelsbilanz zugunsten Chinas ist die Ausgangssituation, denn die Chinesen hatten vieles was die Engländer gerne wollten - nämlich Tee, Seide und Porzellan - doch die Engländer hatten nichts, was die Chinesen gebrauchen konnten, . Die Waren konnten also nicht ausgetauscht werden, also Tee gegen etwas aus England, sondern mussten wie im Geschäft bezahlt werden. 
In Indien produzierten die Engländer jedoch Opium, und so kamen sie auf die glorreiche Idee, die Chinesen doch abhängig zu machen vom berauschenden Genuss des Opiums, um so dieses überteuert auf dem chinesischen Markt verkaufen zu können. Nach Aufhebung des Monopols der ostindischen Gesellschaft gingen auch andere Länder dazu über mit Opium zu handeln und der chinesische Markt wurde überschwemmt. Innerhalb kürzester Zeit hatte sich die Handelsbilanz umgekehrt  - und England war der größte Drogenhändler der damaligen Welt. 
So konnte es aus Sicht der Chinesen nicht weitergehen. Kampagnen, Verbote und Verhaftungen zur Eindämmung des Opiumkonsums waren nur von mäßigem Erfolg und schließlich wurde sogar ein totales Einfuhrverbot erlassen und 1400 Tonnen Opium im Meer versenkt.
Die Kaufleute drängten die Englische Regierung und diese entsandte einen Flottenverband, die mit Leichtigkeit den chinesischen Widerstand brachen.
Im Friedensvertrag von Nangking erzwang England die Öffnung verschiedener Häfen für den Handel, unter anderen auch Shanghai. Fortan genossen ausländische Kaufleute und Missionare dort strafrechtliche Freizügigkeit und Immunität.
Nach den Engländern kamen die Franzosen (1847) und richteten ihre ausländische Konzession ein und 1863 schließlich die Amerikaner. 
Shanghai entwickelte sich zu einer bedeutenden Handelsstadt, die jedoch von einer kriminellen, mafiösen Gruppe aus mittellosen Seemännern kontrolliert wurde. Dies und die große Zahl an Menschen, die vor dem Taiping Aufstand in den Schutz der ausländischen Konzessionen flüchteten führten dazu, dass in Shanghai ein Sumpf aus Opiumhöhlen, Bordellen und Spielhöllen entstand.
Die Stadt wuchs und ihre Einwohnerzahl erreichte Anfang des 20. Jahrhunderts die Millionengrenze.
1921 wurde hier die Kommunistische Partei gegründet. Nach der Besetzung durch die Japaner kam die Kulturrevolution und China isolierte sich wieder. Die ausländischen Firmen wanderten in das britische Protektorat Hongkong ab und die Bedeutung Shanghais sank.
In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts beschloss die Zentralregierung Shanghai zur Vorzeigestadt für den wirtschaftlichen Aufschwung und Modernisierung Chinas zu machen. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist deutlich zu erkennen.
Leider fielen der Bau- und Modernisierungswut alte, erhaltungswürdige Stadtviertel zum Opfer. Jedoch hat hier in den letzten Jahren ein Umdenken eingesetzt. Mehr und mehr werden sich die Stadtplaner bewusst, dass zu einer Stadt und zu ihrer Liebenswürdigkeit auch ein gewisses Flair gehört, dass von natürlich gewachsenen Stadtvierteln ausgeht. Das Museum zur Stadtentwicklung gibt darüber Aufschluss.





Die Französische Konzession:

Dieser Teil der Stadt rund um die Nanchang Rd. lädt wirklich zum Flanieren ein: nette Geschäfte, Bäckereien, Restaurants sowie die mit Platanen gesäumten Straßenzüge erzeugen ein europäisches Flair.





YuYuan Garten und der Stadtgott-Tempel:

Als letztes zeige ich euch noch die Fotos aus dem wunderschönen YuYuan Garten (3), einer Tempelanlage mit Garten aus dem 16. Jahrhundert. Es war leider unfassbar voll, denn am Wochenende zum 1. Mai haben auch die Chinesen ein langes Wochenende und besichtigen die Sehenswürdigkeiten ihrer Kultur.

Fast jede chinesische Stadt hat einen Stadtgott. Es handelt sich dabei oft um Würdenträger die sich auf die eine oder andere Art um die Stadt verdient gemacht haben. Der Stadtgott verändert sich also - es ist nicht immer derselbe, wie bei unseren Schutzpatronen. 




An den Tempel schließt sich ein kleines Altstadt-Viertel an mit in historischen oder historisierenden Gebäuden untergebrachten Geschäften. Dort befindet sich auch der Eingang zum Garten.
Man muss eine im Zick-Zack verlaufende Brücke über einen Goldfischteich überwinden in dessen Mitte ein Teehaus von 1850 steht. Irgendwo hab' ich gelesen, dass Dämonen nur geradeaus gehen können, deshalb die Zick-Zack-Brücke, um sie daran zu hindern in den Garten zu gelangen.





Es hätte wirklich ein idyllischer Hort der Ruhe sein können - wenn nicht so viele Menschen dort gewesen wären. Ich weiß gar nicht, wie wir das hingekriegt haben, trotzdem Fotos zu machen, ohne Menschen...!

An unserem letzten Tag sind wir noch auf das Panoramadeck des Flaschenöffner-Hochhauses gefahren um uns die Stadt von oben anzuschauen und mit diesem Bild möchte ich mich von euch und von Shanghai verabschieden.



Ich hoffe, euch hat mein Stadtrundgang gefallen und hat euch Lust gemacht, diese lohnenswerte Stadt auch mal zu besuchen. Vielen Dank für eure Geduld und ein wunderschönes Wochenende!

Gros bisou
Sandra

12. Januar 2017

Shanghai - China für Anfänger mit Vorkenntnissen




Hongkong ist China für Anfänger: Alles ist ebenso auf chinesisch (kantonesisch) wie auf Englisch angeschrieben, die meisten Menschen sprechen Englisch und sogar die Taxifahrer verstehen die Highlights für Touristen, wenn man ihnen den Stadtplan unter die Nase hält. Die vielen westlichen Gesichter lassen den Besucher zudem etwas Heimatgefühl empfinden. Kurz: man ist nicht verloren.

Vor unserem Besuch in Shanghai hatte ich mich gründlich informiert und in verschiedenen Blogs von Expats Informationen über das Leben in der 20-Millionen-Stadt zusammengetragen, die mich schaudern ließen. Ich dachte Shanghai wäre bereits China für Fortgeschrittene. Auch meine Japanisch-Lehrerin ließ kein gutes Haar an dieser Stadt.
Doch weit gefehlt! Ich war von Shanghai auf das angenehmste überrascht!

Sicher: der Verkehr ist mit seinen teils vier- bis fünfspurigen Straßen abenteuerlich, es gibt nicht nur westliche Toiletten, sondern auch italienische Löcher im Fußboden und Englisch sprechen doch weniger Menschen als selbst in Hintertupfingen. Aber es ist deutlich sauberer, grüner und schöner als ich es erwartet hatte.


Man kommt am Shanghai Pudong International Airport an und hat nach Durchlaufen des Zolls und dem Einsammeln des Gepäcks die Wahl zwischen mehreren Transportmitteln, die sich in Preis und Geschwindigkeit unterscheiden.
Man kann natürlich ein Taxi nehmen, wobei man darauf achten sollte, dass kein Festpreis ausgemacht wird, denn für einen Fremden ist es sehr schwierig zu beurteilen, ob der Preis angemessen ist, oder nicht - besteht also auf den Taxometer. Die Geschwindigkeit des Taxis trotz Hoch- und Schnellstraßensystem ist schwer vorhersehbar - wie eigentlich in allen großen Städten.
Den richtigen Bus zu finden würde ich mir persönlich nicht zutrauen, obwohl es die billigste Möglichkeit ist.
Dann gibt es noch Maglev, die Magnetschwebebahn! Mit etwa 400 km/h heizt das (deutsche) Gerät in etwa 8 Minuten die 30 km bis zum Bahnhof Longyang, wo man in die Metro umsteigen muss. Von dort aus nimmt man die Linie 2 um in die innere Stadt zu gelangen.
Man kann natürlich auch die Linie 2 direkt vom Airport Pudong aus nehmen ohne umzusteigen. Das kostet etwa CNY 6, dauert aber. Das Return-Ticket mit Maglev beinhaltet eine 1-Day-Travelcard für das gesamte Metro-System Shanghais und kostet CNY 85. Dies sollte man überlegen zu kaufen, wenn man innerhalb von 7 Tagen Shanghai wieder verlässt. Das einfache Ticket mit Travelcard kostet CNY 55.

Eine Metrofahrt berechnet sich nach Kilometern: Die ersten sechs kosten 2 Yuan (0,28 €) von 6-16 km 3 Yuan. Danach kommen alle 6 km 1 Yuan dazu, bis zu einem Deckelbetrag von 6 Yuan.
Ein Tagespass kostet 18 Yuan - lohnt sich also ab drei Fahrten im Innenstadtbereich. Ein 3-Tages-Pass kostet 45 Yuan.
Die Ticketmaschinen lassen sich auf Englisch umstellen und man muss Kleingeld dabeihaben, denn die Maschinen akzeptieren nie Karten und selten Scheine - dazu sind die Beträge einfach zu klein! Hat man kein Kleingeld, kann man die Fahrkarte auch beim Schalter kaufen.

Bearbeiteter Scan Stadtplan unseres Dumont City Reiseführer

Bund und Pudong Financial District (2):

Als erstes empfiehlt sich ein Bummel über den berühmten "Bund", die Uferpromenade entlang des Huangpu-Rivers. Man hat einen wunderbaren Blick auf die Hochhäuser des Finanzzentrums Pudong jenseits des Flusses und diesseits auf die alten Gebäude der Zeit nach dem Opiumkrieg.








Oriental Pearl Tower

Shanghai Tower
von links nach rechts: SWFC, Jinmao Tower, Shanghai Tower
 Ist das nicht witzig, wie sich der Eindruck der Größenverhältnisse verändert, je näher man dran ist?
Vom Bund aus kommt man übrigens durch einen Touristen-Tunnel hinüber auf die andere Seite. Ein etwas teures und noch dazu kitschiges Unterfangen, da man per Magnetschwebebahn durch eine Glitzerröhre fährt! Seltsam, aber vom Bund aus der schnellste Weg um rüber zu kommen.
Der Scan unserer Fahrkarte gibt den Farb- und Lichtflash ganz gut wieder!



Nanjing Road East bis zum People's Square (1):

Nangjing Road ist eine der Einkaufsstraßen und sie führt zum People's Square wo sich zwei interessante Museen befinden: Das Shanghai Museum und das Shanghai Urban Planning Exhibition Center (Stadtentwicklungsmuseum).



Depatment Store

People's Park







Ausstellungsstücke aus über 5000 Jahren Kunst und Kultur Chinas befinden sich im Shanghai Museum. Es lohnt sich wirklich einige Zeit dort zu verbringen.

Ein Blick in die Seitenstraßen nicht vergessen:

Ein Blick in die Seitenstraßen der Nangjing Rd East offenbaren ein anderes Bild der Stadt: Hinter den Vorzeige-Fassaden der Shopping Malls kann man doch noch eher traditionelle Behausungen, sowie kleinformatige wirtschaftliche Betätigungen aufstöbern.


Achtet auf das unglaubliche Kabel-Gewurschtel

Wäscheleinen zwischen den Häusern

ist das nicht traurig? Sie sind am Hals festgebunden....! :-(

eine der vielen Zweirad-Werkstätten




eine mobile Zweiradwerkstatt

Karton-Recycling

So, ihr lieben für heute mache ich Schluss! Morgen geht's dann weiter mit dem Sightseeing - wird sonst zu viel!
Ich hoffe, euch gefällt mein kleiner Einblick und ihr mögt morgen weiter schauen!

Gros bisou
Sandra