18. September 2013

Brüsseler Spitzen! {Teil 1: Verkehr}

So ihr Lieben!
Das ich in der Nähe der belgischen Hauptstadt lebe, dürfte sich ja mittlerweile rumgesprochen haben und heute, als ich aus der Stadt nach Hause fuhr - ich habe mit meinem Mann zu Mittag gegessen und war anschließend in dem geilsten Stoffladen der Welt - kam mir der Gedanke, nachdem mir 3 Taxis den Weg abgeschnitten, 7 Wagen ohne zu blinken auf meine Spur eingeschert und mich drei Autos von hinten angehupt haben, weil ich einen Fahrradfahrer auf einer Fahrbahn von gefühlten 3,20 m nicht überholen wollte (oder ist das so falsch einen Mindestabstand von 1,50 m einhalten zu wollen?), eine Serie über mein Leben hier im Jamaika Europas zu schreiben.

Und der erste Teil widmet sich naturgemäß dem Thema Verkehr, denn ein Jeder der Brüssel besucht oder plant hier zu leben, wird damit unweigerlich konfrontiert, ob als Fußgänger, Fahrradfahrer oder Autofahrer.

von einer Freundin letzten Herbst aufgenommen



In der belgischen Hauptstadt Auto fahren zu wollen ist nichts für schwache Nerven und auch nichts für jemanden mit einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom!

Denn:

Brüsseler Autofahrer blinken selten bis gar nicht, dafür ist hupen um so beliebter.

Hier herrscht überwiegend rechts vor links und wenn nicht, denken alle es wäre trotzdem!

Häufig fehlt der Mittelstreifen und deshalb werden die Fahrspuren nach persönlichem Ermessen des jeweiligen Autofahrers eingeteilt.

Kreuzungen werden bei erhöhtem Verkehrsaufkommen grundsätzlich komplett bis auf den letzten Quadratmillimeter ausgenutzt, alles andere wäre ja auch Platzverschwendung.
                  (Ganz schlimm übrigens bei Ausfall der Ampelanlage! Ich steckte mal eine Stunde in so einem Knubbel fest, musste nötig wohin und meinen Sohn vom Bahnhof abholen und man hatte vorher bei uns eingebrochen!)

Weil brüsseler Autofahrer wissen, dass sie niemals auf die Höflichkeit der anderen Verkehrsteilnehmer zählen können, schieben sie sich ohne Vorwarnung aus Einfahrten, Seitenstraßen, Parkhäusern etc in den fließenden Verkehr.

Das ganze kann nur noch getoppt werden von plötzlich einsetztendem Schneefall!

Aus diesen Gründen haben sich die belgischen Autoversicherungen auch abgesprochen und Vollkasko-Versicherungen (omium, heißt das hier) so teuer gemacht, dass es gaaaanz unattraktiv ist.
Deswegen fahren hier auch Autos rum, wie oben auf dem Bild!


Den  hartgesottenen Autofahrern unter euch, die die Herausforderung und das Abenteuer suchen, empfehle ich: Lasst das Bunjee-Springen, Free climben, Raften und Drachenfliegen:

Kommt nach Brüssel und fahrt eine Runde durch den Bois de la Cambre!


Man fährt entlang der grünen Linie

die selbe Stelle einmal ohne....


und einmal mit Autos

Vierspurig von der Breite der Fahrbahn her, mit unwillkürlich auftauchenden parkenden Fahrzeugen und schönen Kurven, fahren alle irgendwie neben- und hintereinander und versuchen die Ideallinie einzuhalten und schneller zu sein als alle anderen. Auch hier fehlt selbstredend die Fahrbahnmarkierung!






Und anschließend im Chalet Robinson Crèpes mit Sauce au chocolat, crème glacée à la vanille et chantilly! Wohlverdient zu Erholung der strapazierten Nerven!


Am Wochenende wird der Bois für Autofahrer gesperrt und wird zum Paradies für Fahrradfahrer und Spaziergänger.

Ich wünsch euch was!
Sandra



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