30. September 2013

Milwaukee (Miller brewery Harley Davidson)

Wer uns kennt, weiß von unserem Faible für Werksbesichtigungen und so vergeht (fast) kein Urlaub ohne eine Solche.
Diesmal waren es sogar drei (eigentlich 2 1/2): MillerCoors, Harley Davidson und John Deere.

Nicht, dass uns mit diesen Unternehmen irgendetwas verbände, wir trinken belgisches oder deutsches Bier (und finden alles andere plörrig), fahren kein Motorrad - schon gar nicht Harley, und haben auch keinen landwirtschaftlichen Betrieb (unsere motorisierten Gartengeräte sind entweder von Wolf oder von Bosch - ganz kleine Brötchen)!
Wir nehmen einfach das, was die Gegend so hergibt und Herstellungsprozesse sind per se interessant!

In Milwaukee ist zum Beispiel die Zentrale der MillerCoors Brauerei

Info hier

Gegründet von einem Sigmaringer Braumeister im Jahre 1855.

Die Werksführung ist gratis mit anschließender Verkostung.



Leider mussten wir die Führung abbrechen, da wir wegen sintflutartiger Regenfälle mit starkem Gewitter während der Führung länger als geplant festsaßen und wir zu unserer (kostenpflichtigen) Harley Davidson Steel toe tour fürchteten zu spät zu kommen.

Interessant war das, was der Tourguide erzählte, während wir im Auslieferungslager festsaßen. Nach 5 Minuten hatte er nämlich sein Repertoire abgedudelt und musste nun improvisieren....ich bin nicht sicher, ob er da nicht das ein oder andere Betriebsgeheimnis ausgeplaudert hat...(^^). Aber bei mir ist es sicher aufgehoben!

Die Verkostung haben wir leider verpasst... :-(






Bei Harley Davidson (Info hier) hatten wir eine "Steel toe tour" gebucht. Hierbei macht man eine Tour durch das Werk, in dem die Motoren zusammengesetzt werden.
 Leider nicht empfehlenswert da ziemlich langweilig.


Die beiden Damen, die durch das Gelände führen sind sehr gut informiert und bringen ihren Stoff auch witzig rüber, aber außer einem Automechaniker hat keiner was von dem Rundgang durchs Werk.
 Das sage ich nicht nur, weil ich eine Frau bin (ich bin mit großen Maschinen und Bearbeitungsprozessen groß geworden), sondern weil selbst diejenigen Teilnehmer unserer Führung, die eine eigene Harley besaßen mehr oder weniger verständnislos die einzelnen Arbeitsschritte verfolgt haben.

Das Witzigste an der Tour war eigentlich die 20minütige Busfahrt zum Werk, wo die Tourführerin die Gäste gefragt hat, wo wir denn alle herkämen (wir waren mit zwei Spaniern die einzigen Europäer), wer eine Harley besäße (wir als Einzige nicht) und wenn ja wieviele..! Die letzte Frage war die Beste und löste in unserer Familie grenzenloses Staunen aus - nicht die Frage selbst, wohl aber die Antworten: Wer denn sein Zuhause mit Harley Davidson Artikeln dekoriert habe. Und tatsächlich hatten Einige Toilettenpapierhalter, Badezimmerteppiche, Handtücher, Mouse Pads, Coaster, Fußabstreifer, Tagesdecken im Harley Davidson Style! ...

DIE SPIINNEN, DIE AMIS!

Aber lustig war's!

Was sich wirklich gelohnt hat, war das Museum und das hätte ich nicht gedacht! Nicht so wie in Deutschland bei BMW oder Daimler: Ein bisschen Werksgeschichte und dann alle Modelle von Anno Piependeckel bis heute auf Glas und Mamor hochglanzpoliert abgestellt, mit Jahreszahl beschriftet und gut is'!
 Nein! Im Gegentum!
Richtig gut aufgearbeitet!

Klar, die obligatorischen Modellreihe gibt es auch, aber man kann auch "hands on" erproben, wie das typische Motorengeräusch zustande kommt, warum man als kleine Frau die Harley auch festhalten kann, ohne dass man unter ihr begraben wird!

Desweiteren gibt es eine Dokumentation über all die schwachsinnigen Rennen, die mit den Dingern organisiert wurden: Bspw: Querfeldeinrennen, steep hill racing (wer kommt den steilen Hügel hinauf, ohne die Füße zu benutzen), Hallenrennen im Kreis etc pp. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Die Firmengeschichte beinhaltet nicht nur eine Zeittafel sondern auch eine genaue Erläuterung der jeweiligen Umstände.
Zum Beispiel hatte HD nach dem zweiten Weltkrieg massive Absatzschwierigkeiten, da billige Motorräder aus England den Markt überschwemmten. Zu der Zeit waren in Europa die Löhne nachkriegsbedingt viel niedriger als in den USA und so konnten sie billigere Motorräder produzieren.
HD hat versucht durch Plagiatsvorwürfe Einfuhrbeschränkungen bei der Zollbehörde zu erwirken: vergeblich!



Was ich auch gut fand war, dass sie auch den Kleidungs- und Lebensstil ihrer Kunden nicht außen vor lassen: Es gibt eine große Fotowand in Kachelaufteilung mit Harleyfahrern die ihr Lebensgefühl erläutern. Sehr sympathisch!

Kennt ihr eigentlich Evel Knievel?
Ich habe diesen Namen, oder dieses Wort immer für eine Wortschöpfung meiner Cousins gehalten und hab mich dabei halb tot gelacht.
 Ich bin aus meinen Schuhen gekippt, als ich Evel Knievel plötzlich im Museum gegenüberstand! Als überlebensgroße Pappfigur natürlich, denn der Echte ist ja 2007 gestorben, wie ich gelernt habe!



Als wir das Museum verließen, war das monatliche Harley Treffen in vollem Gange. Ungefähr 1000 Maschinen standen - fein säuberlich aufgereiht - auf dem Museumsgelände, samt langhaariger, bärtiger Lederjacken-tragender Besitzer.
Eindrucksvoll!


Morgen fahre ich dann mit euch nach Molines an den Mississippi, zu John Deere und ihr könnt mich auf eine Ausflugsfahrt auf einem Touristen-Pseudo-Raddampfer begleiten.

See Ya
Sandra

1 Kommentar:

  1. sehr cool - nur schade, dass Harley enttäuschend war...
    Danke übrigens für Deinen lieben Kommentar! Alles ist ganz super gelaufen, die Leute haben sich schlappgelacht! Wir spielen übrigens in Trier ;-)
    Liebe Grüße Barbara

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