13. September 2013

Venice






Es war Lilis Wunsch, mal wieder nach Venedig zu fahren. Grund dafür war ein Manga, dessen Geschichte in einer Art neuzeitlichen Venedig spielt. Sie wollte die Referenzen zum echten Venedig deshalb mal "in echt" sehen.
Sie konnte mit einem erstaunlichen Detailwissen aufwarten, und da sage noch mal einer Comics bilden nicht.
Sie wusste zum Beispiel, wieviele Brunnen es in Venedig ungefähr gibt und aus welchen Epochen sie stammen.
Was die bemalten oder unbemalten, einzeln oder ine Dreiergruppen im Wasser stehenden Dalben zu bedeuten haben und wie oft sie wegen Verrottung ausgetauscht werden müssen, konnte sie auch erklären.
Das Mädchen überrascht mich immer wieder!









Mein Mann hat wieder in liebevoller aufwändiger Suche ein wunderschönes Appartment für und aufgetriebe, es liegt am Campo delle Gate in der Nähe des Arsenale in einem sehr ruhigen, touristenarmen Teil der Stadt.
Es ist bei homelidays gelistet unter der Nummer 217059.


Wir bestiegen gegen acht Uhr das Boot am Flughafen, nachdem wir meinen Mann eingesammelt und das Auto auf einem günstigen Parkplatz abgestellt hatten. Etwas mehr als eine Stunde später und in völliger Dunkelheit kamen wir an der Haltestelle "Arsenale" an und waren gottfroh, dass unsere Vermieterin wie versprochen auf uns wartete.
Alleine hätten wir den Weg zum Appartment NIE gefunden!
Ich hatte schon vorher versucht, per google maps herauszufinden wo es liegt, 
aber ich konnte nur den Campo lokalisieren.





Diese Vermieterin war die Beste die wir je hatten: Sie hatte den Kühlschrank voll gemacht mit einer Notration, die uns über die Runden half: Prosecco, 2 Flaschen Wasser, Toast, Marmelade, Butter und Joghurt. Unglaublich, das habe ich noch nicht erlebt! 'ne Flasche Wein, ja, oder ein Rest Kaffee im Schrank, aber eine komplette Mahlzeit - unglaublich!!
Mille grazie, cara Roberta!

Am nächsten Morgen hatte Lili Geburtstag und wir feierten.
Wir sagten ihr, dass wir nach der "Bescherung" in ein Café zum Frühstücken gehen wollten,
aber wir sagten ihr nicht, was wir übers Internet mit der Besitzerin ausgekungelt hatten:


Lilis Augen wurden riesengroß und tränennass, als die Signora, nachdem ich ihr heimlich beim Kaffeebestellen zugeplinkert habe, mit diesem Prachtstück um die Ecke kam.
Sie hatte mindestens genauso viel Spaß an der Überraschung wie wir!!

Rosa Salva heißt das Café und davon gibt es in Venedig drei. 
Unseres war auf dem Campo Santi Giovanni e Paolo.





Den Rest der Torte durften wir liebevoll verpackt nach Hause mitnehmen!
Dort holten wir Lilis funkelnagelneue Kamera ab, die inzwischen aufgeladen war und begannen unsere Sightseeing Tour.
Erstes Ziel: Piazza San Marco - der Klassiker!

Auf dem Weg dorthin, konnten wir uns schon vor malerischen Motiven kaum retten und wir kamen kaum voran, weil jeder Kanal, jede Brücke, jeder Palazzo fotografiert werden musste. Klar oder?






Es ist echt schwierig von Venedigs main attractions gute Fotos zu machen, ohne ein Meer von Köpfen drauf. Das geht entweder mitten in der Nacht oder vor sechs Uhr morgens. Oder man richtet das Objektiv nach oben *g*.






Es gibt zwei Gimmiks an Lilis Kamera, die wirklich unschlagbar sind: Der unglaubliche Zoom und dass man die Fotos schon DIREKT in der Kamera verändern kann! Wie genial ist das denn?!





Zum Thema Zoom folgendes Foto:




Ist das nicht irre?
(Panasonic Lumix DMC FZ62)

Venedig war der vielen Menschen und der Hitze wegen ziemlich anstrengend.
Wir haben versucht, uns immer so früh wie möglich auf den Weg zu machen und in der Mittagshitze eine kleine Siesta im klimatisierten Appartment zu halten. Gegen vier haben wir uns dann meistens zum Stadterkunden wieder auf die Socken gemacht.

Eine Kanalfahrt auf dem Vaporetto vom Bahnhof bis zur Piazza San Marco muss sein, um die Paläste am Canale Grande bewundern zu können, ansonsten ist man in Venedig zu Fuß schneller als per Schiff - es sei denn man kann sich eines der sündhaft teuren Taxis leisten....!

Am schönsten ist der Kanal bei Sonnenauf- oder -untergang.
Nach unserer Siesta sind wir losgestrolcht und sind durch die unbekannteren Stadtteile nördlich des Kanals Richtung Bahnhof gelaufen. Vorbei an der Fondamenta Misericordia, zum Getto Nuovo.






Wenn man die Richtung Bahnhof - Piazza San Marco am Abend nimmt, hat das den Vorteil, dass man den heimkehrenden Tagestouristen entgegenfährt. Das Boot ist relativ leer und man kann ohne zu stören mit dem Fotoapparat hin un her laufen um die von der Abendsonne angestrahlten Palazzi zu knipsen.



Venedig ist schön und ein Touristenmagnet. Das merkt man auf Schritt und Tritt. Weil die Touristen sowieso kommen haben sich die Venezianer mit der Ausstattung ihrer geschichtlich orientierten Museen, wie Palazzo Ducale und Museo Correr keine große Mühe gegeben. Was ich extrem schade finde.
Ich nenne das immer das "Römisch-Germanische-Museums-Syndrom" und wer jemals in Köln in jenes Museum gehen musste (!), weiß wovon ich rede: Vitrine auf, Münzen rein, Zettel dazu: fertig!
(Richtig gute Dokumentationen über die Römerzeit findet man in Bath, England und im London Museum, das nur am Rande).





Am Abreisetag hätten auch noch Murano und Burano auf dem Programm gestanden, musste aber wegen starken Gewitters abgesagt werden. Tant pis.
Zum Glück war zeitgleich auch noch Biennale, was einem die Möglichkeit gibt, in Paläste reinzuschauen, die dem Publikum sonst verschlossen bleiben.

Viele liebe Grüße è tanti saluti
Sandra

1 Kommentar:

  1. Ich sach doch: fast schon eklig schön. Irgendwann setz ich mich vielleicht doch nochmal in so ne Gondel. Zum Sonnenaufgang wenn ich fast allein bin. Und das Mondbild ist ja der Hammer. Danke für Deine Tipps. Leider hat man ja echt nie genug Zeit. GlG, Nadine

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