7. November 2013

autumn visits

Ich liebe den Garten meiner Eltern - zu jeder Jahreszeit.


Der Vorort von Düsseldorf, wo sie wohnen und wo ich aufgewachsen bin, war nach dem letzten Krieg noch ein kleines Bauerndörfchen mit einer romanischen Kirche und einer Bäckerei.






In den Wirtschaftswunderjahren begann der Zuzug aus der Innenstadt und das Dorf wurde 1975 eingemeindet.




Mein Großvater hatte während des Krieges seine Familie bei seiner Schwiegerfamilie in Tirol gut aufgehoben gewusst, doch unmittelbar danach wurden alle Deutschen aus Österreich ausgewiesen und mein Vater und meine Tante mussten in Deutschland zur Schule gehen.

Das Problem war nur, dass keiner in der Schule meinen Vater verstand. Er war acht, als er nach Deutschland kam und hatte seine prägendsten Jahre in der Bergwelt Tirols verbracht - er sprach kein Wort hochdeutsch.

Total frustriert ist mein Vater statt morgens in die Schule, an den Rhein gegangen und wurde von einem Schiffer bis Emmerich mitgenommen und fuhr nachmittags mit Demselben wieder zurück. 6 Wochen lang.
Bis es dann auffiel, dass er nie in der Schule auftauchte und die Lehrer meine Großmutter fragten, wann er denn den Schulbesuch aufzunehmen gedenke..!
Tja, da waren seine Ausflüge beendet und er musste Deutsch lernen!



Mein Großvater kaufte für "'n Appel und 'n Ei" ein Grundstück (direkt neben der Schule - warum wohl!!). Es diente in den späteren Nachkriegsjahren vornehmlich der Selbstversorgung.
Meine aus Tirol stammende Großmutter versorge Haus und Hof und baute Kartoffeln und Kohl an, zog Obstbäume hoch, setzten Beerensträucher, zogen Gemüse in den beiden Treibhäusern und hielt Geflügel.


Mittlerweile ist das Grundstück auf ein überschaubares Maß geschrumpft und beherbergt "nur" noch eine stolze Anzahl Obstbäume.



Für meine Eltern ist es jeden Herbst viel Arbeit, den Garten allein zu versorgen und wenn wir können, kommen wir zum Helfen: Äpfel pflücken, Äpfel auflesen und zur Süßmosterei bringen.





Dieses Jahr hatten wir 1,5 to Äpfel für den Most! Unglaublich!!



Die in die Jahre gekommenen Bäume sind zum Teil von Moos bewachsen und von Insekten ausgehölt, aber liefern Jahr um Jahr ihre köstliche Fracht.







Groetjes
Sandra

Kommentare:

  1. Und mittlerweile ist dieses wunderschöne Fleckchen Erde in Düsseldorf wohl unbezahlbar geworden. Da gibt es nix mehr fürn Appel und n Ei. Solche Gärten liebe ich und ich beneide Euch um den leckeren selbstgepressten Apfelsaft. GlG, Nadine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nee, dass stimmt leider.
      Der Apfelsaft ist übrigens von Dahlbeck in Velbert Isenbügel. Man kann ihn dort auch kaufen, ohne Äpfel hinzubringen.
      Ich bin mit Apfelschorle groß geworden und meine Kinder auch. Es ist einfach der beste Durstlöscher der Welt!

      Löschen