31. Januar 2014

Brüsseler Spitzen {Teil 4: Villa Empain} Ein Kleinod der brüsseler Museen

Die Villa Empain wurde, nachdem sie einige Jahre leer stand und von den Vandalen geplündert wurde von einem Juwelier erworben, der es in seinen ursprünglichen Zustand versetzen wollte und daraus eine kulturelle Begegnungsstätte, sprich Museum, der östlichen und westlichen Kulturen machen wollte.



Gebaut wurde diese Villa um 1930 von dem Sohn eines (sehr) reichen belgischen Industriellen, ein Ingenieur, der die Pariser Metro konstruiert, gebaut und bis 1947 besessen hat.
Schon kurz nach ihrer Fertigstellung sollte sie dem belgischen Staat als Museum für zeitgenössische Kunst dienen, doch leider kam der zweite Weltkrieg dazwischen - wie so oft. Das schöne Art déco Gebäude wurde von den Deutschen besetzt, nach dem Krieg vom belgischen Staat wieder übernommen und an die Russen vermietet, die darin ihre Botschaft einrichteten. Dem Erbauer, Baron Louis Empain, hat das nicht gepasst und er hat das Gebäude zurück gekauft und die Russen nach Ablauf des Mietvertrages rauskomplimentiert.



Im Anschluss vermietete er sie an die aufstrebende Medienfirma RTL-TVI, die dort ihre Studios unterhielt, bis sie dem wachsenden Unternehmen zu eng wurde.

Leider verkam die leerstehende Villa von nun an zusehends und wurde geplündert: Beschläge, Griffe, Wasserhähne und schmiedeeiserne Geländer wurden ausgebaut und gestohlen. Kurz, alles was nicht niet- und nagelfest war.

2006 wurde sie endgültig von der Fondation Boghossian gekauft und umfassend, orginalgetreu renoviert und 2010 als Museum wiedereröffnet.
Diese Stiftung wurde ins Leben gerufen, um Kindern aus Armenien (dem Ursprungsland der Familie Boghossian) und dem Libanon zu einer guten Ausbildung zu verhelfen. Sie hat in der Villa ihren Sitz.



Die Ausstellungen in dem Museumsbereich der Villa drehen sich alle um die Verbesserung des Dialoges zwischen Ost und West.

Die Austellung, die ich letztes Wochenende besucht habe, heißt "la route bleue" und bezieht sich auf verschiedene Stationen der Seidenstraße in Verbindung mit der Farbe blau.

Villa Empain: "la route bleue"

Es gibt zwei Werke, die mich besonders berührt haben:


Ein Wandteppich aus verknoteten Orangenpapierchen, die die Route der Seidenstraße kennzeichnen will. Farblich gekennzeichnet hierbei die Länder, Meere etc.

Wenn man ganz nah davorsteht gibt es ein ebenso faszinierendes Bild wie von weiter weg. Man hat den Eindruck, tausende blaue Schmetterlinge erheben sich gleichzeitig in die Luft:





... und diese Seeroseninstallation hat mir gut gefallen:




ich muss euch jetzt leider kurz abwürgen, denn ich muss mit meiner Tochter schnell zum Arzt! Nix Schlimmes, Fieber, Erkältung etc.

Bis dahin
Gros bisou
Sandra

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