9. Januar 2015

Jahresüberblick 2014

Es war ein volles Jahr!
Voller neuer Eindrücke und Erlebnisse!
Ich habe viel Neues ausprobiert und kennengelernt und für all' das bin ich unendlich dankbar!

Wenn mir früher jemand gesagt hat, dass die Zeit so schnell vergeht, habe ich immer abgewunken und gedacht: Ja Alda, red' du nur! Jetzt sag' ich mir das selbst die ganze Zeit!

Ich bin jetzt halbe 90 Jahre alt und habe hoffentlich noch die Hälfte vor mir, die ich so gesund wie irgend möglich verbringen möchte, mit so vielen neuen Erlebnissen und Eindrücken und gelebtem Leben wie möglich!

Man soll nach Vorne schauen und nicht nur nach Hinten, aber was ist, wenn Vorne auf einmal nichts mehr ist? Was macht man dann?
Der Lieblingsspruch meines Vaters war und ist: "Scheiße, wenn man alt wird!" und langsam glaube ich das auch.
Es ist ein riesiges Glück, wenn man das Leben bis zum Schluss genießen kann. Aber jammern hilft nicht und außerdem geht es ungefähr 85% der Weltbevölkerung schlechter als mir!

Ich versuche mir zu sagen, jeden Tag zu geniessen, aber ihr kennt das ja: manchmal wacht man schon schlecht gelaunt auf, oder Alles geht schief, oder es regnet seit Tagen, oder es sind sogar noch schlimmere Sachen die mir widerfahren.
Apropos schlimm, vielmehr eher Slapstick: Heute Morgen zum Beispiel bin ich im Halbschlaf in meine Gemütlichkluft gestiegen, habe mir Schuhe und Kapuzenanorak angezogen, um den Müll rauszubringen, segele wegen Nässe fröhlich die Eingangstreppe hinunter und schlage mir den Schädel auf der Steinbrüstung an! Ich bin direkt wieder ins Bett gegangen, denn so darf ein Tag nicht anfangen, oder? (Mein Mann hatte echt Sorge mich allein zu Hause zu lassen, denn es hätte ja auch eine Gehirnerschütterung sein können!) Also zurück auf Null! Klappe 2015, 08.01., die Zweite!
Außer Kopfschmerzen und einem kleinen Veilchen an der rechten Augenbraue ist mir, Gott sei Dank,nichts passiert!

Richtig schlimme Sachen passierten aber gerade in Paris und ich kann sämtliche Posts der Blogs die ich gerne lese so unterschreiben, besonders hervorgehoben sei allerdings der von der Raumfee! Besser kann man es nicht sagen!

Hier in Brüssel, sowie in vielen anderen Städten, haben sich spontan viele Menschen zusammengefunden, um im Stillen zu protestieren, aber es reicht immer ein Einzelner mit einer Waffe in der Hand und einem kranken Hirn, um alles zu zerstören!

Ich bin nicht gerade die Königin der gekonnten Übergänge, zugegebenermaßen ist es hiernach auch besonders schwer, mit etwas Fröhlichem weiterzumachen. Verzeiht also!

Das war also mein 2014:

WINTER


Nach meinen Prüfungen war ich bei meinen Eltern in Düsseldorf, wir besuchten zwei Ausstellungen und ich bin mit meinem Vater Rad gefahren. Dabei habe ich meine alte Mathelehrerin getroffen - eine sehr sympatische Dame - wir haben uns beide sehr gefreut.
Wir haben in Brüssel ein neues Museum (Villa Empain) entdeckt, ich habe einen alten Rolli aufgepimpt und wir haben den niedlichsten Schneemann aller Zeiten auf Teneríffa gebaut!
Meine Schwägerin hat ein Kinder- und Enkeltreffen mit den Wise Guys in Köln organisiert, wir haben für das Geburtstagsgeschenk meiner Schwiegermutter - eine wunderbare Vase - mit vier Enkeln den Inhalt gebastelt: Jeder eine andere Blume, Papier, Stoff, Wolle, Fimo, und meine überaus talentierte Schwägerin hat eine aus Nespresso-Kapseln beigesteuert und mein Schwager eine aus Holz. Jeder sozusagen aus seinem Lieblingswerkstoff :-)
Und wir haben uns viele Vitamine zugefügt!



FRÜHLING


Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich mein geliebtes Tiroler Unterland in der Obstbaumblüte - es überwältigt mich noch immer!
Unser Sohn feierte seinen 18. Geburtstag, er feierte mit seiner ganzen Klasse und ein paar Freunden aus aller Welt in einer sturmfreien Bude, die er vorbildlich zurückgab, wenn man von dem versauten Boden absieht - aber was will man machen bei Dauerregen.
Ich habe eine Beetbegrenzung gebastelt (die leider während des Jahres verrottet ist - snüff!) und unser Vogelhäuschen ist bewohnt gewesen. Da fällt mir ein, dass ich das Teil noch ausräumen muss, sonst geht nächstes Frühjahr nämlich keiner rein.
Wir waren auf der wunderbaren Gartenausstellung in der Nähe von Lasne und haben Leuven mal gemeinsam besucht.
Ich habe das Geheimnis der Serigraphie gelüftet und wiederum eine tolle Ausstellung in der Villa Empain besucht.
Über Christi Himmelfahrt waren wir als Familie noch in Lissabon.



SOMMER



Mit Lili war ich auf der Antwerp Fashion Show und mit Freundinnen auf dem Gelände der alten Rennbahn spazieren - auch so ein trauriger verlassener Platz in Brüssel.
Fünf herrliche Wochen durfte ich in wechselnder Besetzung in Tirol verbringen: Zuerst mit unserem Sohn und seiner Freundin, dann als komplette Familie plus Schwägerfamilie und meinem liebsten Patenkind Amelie (wir waren also neun). Es war super, so als Großfamilie! Dann ein paar Tage nur mit Felix und Lili und zum Abschluss noch mit meinen Eltern.
Wieder zu Hause hatte Lili Geburtstag und wir setzten das Hauptgeschenk - die Umgestaltung ihres Zimmers - direkt in die Tat um. Zeitgleich bekamen wir übrigens neue Fenster: Endlich Doppelverglasung im ganzen Haus - Yey! Schlecht getimed zwar, aber einem geschenkten Barsch schaut man nicht hinter die Kiemen!
Auf dem Weg in unser geliebtes Lacanau besuchten wir noch die Normandie, Saumur und Cognac.
In Bordeaux - ein traditionelles "must visit" - entdeckten wir einen tollen Eisladen: Dort bekommt man das Eis nach Gewicht und kann so viele Sorten wählen, wie man will. Die Eisverkäuferin drapiert die köstliche Crème dann wie Blütenblätter um den Kelch des Waffelhörnchens: Großartig!


HERBST



Meiner Mum hatte ich zu Weihnachten eine kleine Reise nach England geschenkt, um die schönen Gärten zu bestaunen. Wir bezogen Quartier in Rye und besuchten Sissinghurst, Pashley Manor und Great Dixter. Zum Abschluss nötigte ich ihr noch Hampton Court auf, mein All-Time-Favorite! Wir hatten eine wunderbare Zeit und haben viele schöne Fotos mitgebracht. Zu Weihnachten bekam sie ein Fotobuch von Cewe von mir geschenkt, als Erinnerung an unseren schönen Ausflug.
Mein Vater hat im September Geburtstag und er ist ein ausgemachter Eisenbahn und Schiffchen Fan. Wir überraschten ihn also mit einem Wochenende in Belgien an dem ein Dampfzugfestival (Marienbourg und Treigne) stattfand, sowie am fogenden Tag mit einer Kanalschifffahrt auf dem Kanal du Centre, über Belgiens berühmteste Schleuesen und Schiffshebewerke. Wir waren mit formidablem Wetter gesegnet und so wurde der Ausflug zu einem vollen Erfolg. Mein Vater strahlte das ganze Wochenende über wie ein Urantransport. Es war herzerwärmend! (Er hat natürlich auch ein Fotobuch bekommen!)
Danach begann für mich eine wirklich stressige Zeit: Ich habe gerödelt wie noch nie, um Studium, Familie und ein bisschen geniessen unter einen Hut zu bringen. Bis ich ganz laut STOP rief! SO NICHT, meine Freunde: Sich für ein Hobby, was das Japanischlernen für mich ist, so unter Druck zu setzten? Geht's noch?
Ich habe eine Entscheidung getroffen: da ich nach diesem Studienjahr sowieso aufhören wollte, nehme ich an den Examen einfach nicht mehr teil, streiche die Fächer die am vorbereitungsintensivsten sind und nehme einfach mit, was mir für mein Leben und für meine Liebe zur japanischen Kultur nützlich erscheint. Aufatmen!
Marcel war mit Felix und seinem Patensohn Konrad ein verlängertes Wochenende in London (Konfirmationsgeschenk). Leider war das Wetter sehr englisch.
Felix hatte sein erstes Bewerbungsgespräch in Hamburg. Herausgeputzt machten wir uns gemeinsam auf den Weg. Ich habe währenddessen Hamburg erkundet und Weihnachtsgeschenke eingekauft.
Lili hat für ihre Freundin zum Geburtstag ein einfaches Notizbuch aufgepimpt.



WEIHNACHTEN UND DANACH




Mit Marcel habe ich einen Ausflug zum Chateau de Seneffe gemacht. Dort gibt es eine sehr gut gemachte Ausstellung zu sehen über das Leben auf Schlössern im 17. Jhd. Im Sommer ist auch der Park und das Restaurant der Orangerie sehr zu empfehlen.
Mit Freunden besuchten wir spontan ein Jazzkonzert und waren begeistert über diese Zufallsentdeckung: Tutu Pouane, eine Südafrikanerin, die in Brüssel lebt und mit ihrem Mann, einen Pianisten, eine Jazzcombo gegründet hat. Die Jazzstation, wo es stattfand ist ein superschöner Jazzclub in einem alten, kleinen Bahnhof in der Brüsseler Innenstadt. 
Weihnachtsdeko basteln mit Lili.
Verrückt tanzen am Heiligen Abend. Felix hat so ein Bose-Bluetooth-Speaker-Ding geschenkt bekommen und er hat den Soundtrack von dem Film "Russendisko" aufgelegt. Da hält es uns nicht mehr auf den Sitzen!
An Weihnachten MUSS man im Wohnzimmer übernachten: Neben dem Weihnachtsbaum und zwischen Geschenken, Plätzchenkrümeln und Einpackbändchen. Morgens in diesem kuscheligen Chaos Tee trinken und lesen ist das Größte!
Und dann hat es auch noch geschneit! Wie großartig war das denn? Ohne Verkehrschaos, da alle schön gemütlich zu Hause unterm Weihnachtsbaum saßen. So mag ich das!

Sylvester verbrachten wir zum ersten Mal getrennt von den Kindern: Lili feierte mit ihren Freundinnen bei uns zu Hause, Felix bei der Großfamilie seiner Freundin Juliette in Binche und wir bei lieben Freunden in Aachen.
Das Feuerwerk konnten wir von dem Büro der Universität im sechsten Stock in seiner vollen Schönheit bewundern. Mit Dom und Allem - wunderbar! Welch ein Anfang! Glourious!

Vielen Dank, dass ihr solange durchgehalten und euch meinen Sermon bis zum Schluss angetan habt!
Bis demnächst und bleibt verwundert!
Gros bisou
Sandra

Kommentare:

  1. Na, da hast du aber mächtig in die Tasten gehauen, um uns an deinem Jahr teilhaben zu lassen. Viele schöne Dinge habt ihr gemacht. Und hach, da wo du Silvester gefeiert hast, da hätte ich auch gerne mit meinen alten Freunden gefeiert. Wann immer der Geburtstag war - ganz herzliche Glückwünsche von mir dazu. Und auf zu den nächsten 45!!! Liebe Grüße, M.

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  2. Danke du Liebe,
    mein Geburtstag ist im Mai ;-), also schon was her! Aber halbe 90 fand' ich sehr bemerkenswert, irgendwie...!

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  3. Das war wirklich ein mit schönen Dingen vollgepacktes Jahr!
    Liebe Grüße,
    Markus

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  4. Da biste ja wieder und gehst jetzt hoffentlich nicht so schnell wieder weg. Examen haste ja jetzt in der Tasche...es gibt also keine Ausreden mehr. ;) Happy new year, liebe Sandra!

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  5. Was für ein toller Jahresrückblick! Danke! Sissinghurst ist schon lange ein Traum, und besonders gefallen hat mir , dass Ihr Weihnachten im Wohnzimmer schlaft. Echt??! Das hab ich zum letzten Mal als Kind gemacht - quasi neben dem Monopoli umgefallen ;-)
    Ganz liebe Grüße
    Barbara

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