22. Mai 2015

Das Rathaus zu Leuven und die Freitagsblumen

Lotta möchte in diesem Monat Rathäuser sehen und Rathäuser sind ja neben Bier, Schokolade und Fritten Belgiens Spezialität. Fast jedes Pusemückelchen von einem Ortsteil von einem Dörflein hat hier sein Eigenes und noch dazu oft in flandrischer Gotik.

Das Rathaus des Universitätsstädchens Löwen ist davon eines der bekanntesten.



Ich muss euch gleich warnen, denn viele Fotos habe ich nicht machen können, denn es fing an wie wild zu schütten, als ich mich an geeigneter Stelle postiert hatte. Ich habe nach drei Bildern Reißaus genommen. Man möge es mir verzeihen.



Das Rathaus wurde von 1439 bis 1468 von Sulpitius van Vorst und Matheus de Layens erbaut und gilt als eines der schönsten spätgotischen Bauwerke Europas.

Mit der Sint Pieterskerk und dem gotischen Tafelrond, einem Versammlungsgebäude der damaligen Gilden, umschließt es den Großen Markt, das ehemalige Zentrum des öffentlichen Lebens in Löwen.

Es hat, im Gegensatz zu den meisten anderen Rathäusern dieser Periode keinen Belfried mit Glockenspiel, er war in den ursprünglichen Plänen vorgesehen, aber die Idee musste aufgegeben werden, da einerseits die Stabilität des Untergrundes bezweifelt wurde und andererseits, um die Fassade harmonisch werden zu lassen, hätte der Zugang zur Naamsestraat verschlossen werden müssen. So hat das Bauwerk nun sechs kleine Türmchen: Eines an jeder Ecke und je eines an der Spitze des Giebels.




Das Gebäude besteht aus drei Stockwerken und hat an der Traufseite 10 und and den Giebelseiten 3 Fensterachsen. Die Konsolen der Fensternischen zeigen biblische Szenen, die meist Schuld und Sühne zum Thema haben. Die Figuren in den Nischen wurden erst nach 1850 eingesetzt und zeigen, laut Wikipedia "...ein für den Historismus des 19. Jhds typisches Bildprogramm, eine Art 'Löwener Pantheon': Die Statuen der unteren Reihe repräsentieren Künstler, Gelehrte und sonstige bedeutende Persönlichkeiten der Löwener Stadtgeschichte, die Statuen in der zweiten Reihe Patrone der Löwener Pfarreien sowie Personen, die sich für die städtische Freiheit einsetzten; in der dritten Reihe sind die Grafen der Grafschaft Löwen und die Herzöge von Brabant zu sehen....."

Das Gebäude wurde wundersamer Weise von den zwei großen Kriegen weitgehend verschont, obwohl diese für die Wissenschaft bedeutende Stadt zweimal von den deutschen Truppen heimgesucht wurde. Zweimal wurde die Bibliothek mit der Frucht 500-jähriger Sammlerarbeit in Schutt und Asche gelegt und hat viele einmalige Werke für immer vernichtet.

Das Innere des Rathauses habe ich noch nicht gesehen, es soll Säle in verschiedenen Stilrichtungen geben. Es dient heute als Versammlungshaus des Stadtrats und des Provinziallandtags von Flämisch-Brabant.

Da der spätgotische Baustil in Frankreich und Belgien auch gerne als Flamboyant bezeichnet wird, schaffe ich damit die Überleitung zu meinen wunderbar flammenden Pfingstrosen.



Sie kommen in meiner schönen tiroler Steingutvase sehr gut zur Geltung.




Mit diesen flammenden Schönheiten entlasse ich euch jetzt ins Wochenende und ich werde mir eure schönen Rathäuser bei Lotta und Blumenarrangements beim Holunderblütchen anschauen.



Gros bisou
Sandra

P.S.: Wusstet ihr eigentlich, dass das Verb "schildern" von dem niederländischen Wort für "malen", "schilderen" kommt?

Kommentare:

  1. très bel édifice - Louvain se dit donc Leuven ...style totalement flamboyant ! incroyable ces sculptures ... ces détails et ça tient debout ! les architectes et les bâtisseurs sont des génies. les pivoines aussi sont superbes, éphémères mais là resplendir pour la pentecôte - pfingstrosen !
    beau week end prolongé ? :)

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  2. Das Rathaus ist ja der Hammer!!! Sicherlich ist es eine große Aufgabe für die einzelnen Generationen, es zu erhalten...Pfingstrosen in der Farbe habe ich noch nie gesehen! Dir ein schönes Pfingstfest! LG Lotta.

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  3. Eine Augenweide, liebe Sandra, sowohl die Pfingstrosen mit ihren ungewöhnlichen Farben in dem wunderschönen Krug, als auch das Rathaus !!! Es ist immer wieder unglaublich, wie prachtvoll früher gebaut wurde. Leider wurde ja vieles durch die Kriege zerstört...
    Ganz herzliche Grüsse und ein wunderschönes laaanges Pfingstwochenende, helga

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  4. Das ist aber auch ein schönes Rathaus.
    Die Pfingstrosen aber auch.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  5. Oh liebe Sandra, die sind wunderschön die Pfingstrosen! Und das Rathaus erst. Ich mag ja den gotischen Stil total!
    Herzliche Grüsse Nica

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  6. Nach Sonne sieht das auf den Fotos aber nicht aus, liebe Sandra ;) !
    Bei Dir gibt es wunderbare Pfingsrosen mit ein bisschen Architekturgeschichte verziert, toll!
    Ich danke Dir noch herzlich für den Besuch bei mir. Die Sonne hat sich leider nicht mehr blicken lassen.
    Herzliche Grüße
    Cora

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