24. Mai 2015

Typisch für....Mai...meine Blumen


Am Wochenende während der wärmeren Monate wandert mein Blick als erstes ans Küchenfenster, dort hängt nämlich mein Freund Kalle, der Thermometer-Elch. Zuverlässig teilt er mir mit, ob es warm genug ist, meinen Kaffee auf meinem Lieblingsplatz vor der Küchentür einzunehmen.


Ich throne dort über meinem Kräuterbeet wo ich einen majestätischen Rosmarin und vorwitzige, überall auftauchende Minze bei unserem Einzug vorgefunden habe. Ich pflanzte noch Thymian, Bohnenkraut, Schnittlauch und Salbei hinzu. Letztes Jahr habe ich das Beet vergrößert und eine handvoll "Blumenwiese"-Samen verstreut. Das Ergebnis war sich gegenseitig den Platz streitig machende winzige Blümchen.


Doch weil in Darwin's Sinne nur die Stärksten überleben, haben sich nur fünf behaupten können. Da war Platz entstanden und so fuhr ich zur Gärtnerei und entdeckte freudig Borretsch, Sauerampfer und eine einsame Pimpernelle auf denen ganz groß "Grüne Soße" stand.


Wenn ich hier so sitze, geniesse ich, dass die Nachbarn ans Meer gefahren sind und dass heute keine Gärtner mit knatternden Motoren ihr akustisches und olfaktorisches Unwesen treiben. Man hört wirklich nur die Vögel zwitschern: Herrlich!
Ich lehne mich im Stuhl zurück, strecke mein Gesicht der Sonne entgegen, schließe die Augen und finde das Leben einfach nur schön.

Nach spätestens einer Viertelstunde treibt mich ein inner Drang auf die Füsse und ich hole mir Schuhe und Kamera, um den Rundgang durch den Garten zu starten.
Die Straßenseite unseres kleinen Gartens ist von einer niedrigen Buchsbaumhecke und einem so genannten "bretonischen Zaun" eingefasst. Dahinter stehen ein großer Sommerjasmin, zwei mickrige Fliederbüsche, die ums Überleben kämpfen noch drei tapfere Zweige eines weiteren Sommerjasmins, eine schöne Weigelie sowie ein hübscher japanischer Flieder. Unter dem Briefkasten habe ich noch ein weißes Röschen gepflanzt, dass den Ankömmling mit seiner strahlenden Blüte willkommen heißt:


Zwischen und unter diesen Blühsträuchern sind Japananemonen, Echinacea, ein Vorrat an Glockenblumen (weil sie mich an Tirol erinnern) und Alchimilla zum Auffüllen der Lücken.

Ganz nah am Haus stehen Hortensien. Rechts die weißen Annabelle und unter den Küchenfenstern blüht die rosafarbene Sorte. Auf Kriegsfuß stehe ich mit der Glyzinie, die eigentlich außer Wuchern nichts Erfreuliches tut. jedes Jahr breche ich mir fast den Hals, wenn ich sie aus den Dachrinnen zupfe. Sie dankt es mir mit fünf mickrigen Blüten. Wenn ich üppig blühende Ranken an anderen Häusern sehe, bin ich jedesmal versucht zu klingeln und nach dem Geheimtip zu fragen, nach dem ultimativen Schnitt, oder einfach nur nach der Telefonnummer des Gärtners, der dieses Wunderwerk vollbracht hat.

Das Beet hinter dem Haus, unter den Wohnzimmerfenstern blüht nun von Anfang April mit den ersten Tulpen und Anemonen, über den Mai mit Akeleien, Erdbeeren und den späten Tulpen auch im Juni, mit der Pfingstrose und den Strauchrosen. Bald folgt dann der Lavenel, die Verveine und in Richtung Herbst dann Kardinalslobelien und Prachtkeren mit der zweiten Rosenblüte.


Dieses Jahr sind noch zwei Sorten Phlox, Rittersporn und eine Lupine hinzugekommen. Nun ist das Beet mittlerweile so dicht bepflanzt, dass mich das Unkraut darin nicht mehr stört. Ich rupfe eigentlich nur noch die Samenstände ab und versuche das Gras daran zu hindern, über den Rand zu klettern.
Auf der Terrasse blühen die großen Kübel noch nicht. Das Apfelspalierchen trägt schon kleine Früchte und zu seinen Füssen haben sich Akelei und Ringelblume breit gemacht.


Aus England habe ich mir das Spanische Gänseblümchen mitgebracht, denn ich hätte so gerne, dass unser Eingangsbereich so aussieht wie diese Stufen in Sissinghurst:


In der Hoffnung, Kebos Thema zu "Typisch für..." gerecht geworden zu sein, lass' ich euch jetzt eure eigenen Gärten und Balkone geniessen und gieße mir noch eine selbstgemachte Ingwer-Zitronen-Pfefferminz-Limonade ein.

Gros bisou
Sandra


Kommentare:

  1. Oh, diese Sissinghurst - Idee hatte ich auch mal - aufgegeben! In meinem Garten ist es zu schattig.
    Eine gute Woche!
    Astrid

    AntwortenLöschen
  2. Schön wenn man eingeladen wird an einen so schönen Ort, mein Besuch dauerte länger bei dir, aber langweilig wurde es mir nicht.
    L G Pia

    AntwortenLöschen
  3. Och ist das schön bei dir... Da würde ich gerne mal mit dir Kaffee trinken.
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
  4. Ich musste grad schmunzeln, kann ich ja auch immer nur kurz still sitzen... Dein Garten ist ein Traum, wunderschön und mir gefällt auch die Glyzinie über der romantischen Haustür richtig gut, sie gibt dem Eingang einen so schönen grünen Rahmen.
    Danke fürs mitmachen, so schön Deine Blumen,
    Ganz liebe Grüße
    Kebo

    AntwortenLöschen