29. Januar 2016

Der Masterplan: Tips rund um effizientes (und dauerhaftes) Aufräumen



Das Neue Jahr ist die Zeit der guten Vorsätze Die Menschen nehmen sich Dinge vor, die sie in ihrem Leben ändern wollen. Sie wollen schlechte Gewohnheiten ablegen, sich bessere Gewohnheiten zulegen.
Ich denke jeder hat in seinem Leben schon einmal mehr oder weniger erfolgreich versucht diese guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Hat es geklappt ist man stolz, wenn nicht frustriert. Oft sind die gefassten Pläne zu groß, zu einschneidend für das bequeme Leben und der Misserfolg vorprogrammiert. Die kleinen Schritte sind da schon erfolgversprechender. Ein Belohnungsanreiz hilft auch gelegentlich.

Was mir hilft, wenn ich mir etwas Unangenehmes vornehme, ist der Vorher-Nachher-Effekt. Dazu muss er natürlich sichtbar sein.

In der letzten Zeit haben sich hier in unserem Häuschen etliche Kruschtelecken angesammelt, die mich schon lange stören. Wie sie entstehen, weiß vermutlich jeder: Aus Faulheit legte ich einen Gegenstand auf den Schrank, anstatt ihn nach Benutzung wieder zurück in den Keller zu bringen. Die Kleidungsstücke stapeln sich auf dem Gewandsessel im Schlafzimmer und modern vor sich hin. Die leeren Flaschen vermehren sich auf wunderbare Weise und keiner kommt auf die Idee, damit mal zum Flaschenkontainer zu gehen, denn dazu müsste man vorher die Pfandflaschen aussortieren. 
Im Vorratsschrank horten Lebensmittel, die ich irgendwann mal gekauft habe, als ich ein Rezept im Hinterkopf hatte, aber nicht mehr wiederfand, oder in dem nur ein Bruchteil der üblicherweise verkauften Menge benötigt wurde. 
In der Rumpelschublade der Küche lagern Dinge in herrlichem Durcheinander, die ich schon seit Monaten nicht mehr benutzt habe: Zwei Käsehobel (ich brauche noch nicht mal einen davon), Blumensamentütchen (wozu sind die in der Küche?), ein Nussknacker (brauche ich eigentlich nur im September und Oktober), ein dicker Malerpinsel (?), Geburtstagstortenkerzenstummelchen nebst Halterung, etc. etc.

...und das Schlimme ist: diese Sammlungen gibt es überall im Haus! Im Bad, im Keller, im Wohnzimmer - you name it!

All diese Ecken, an denen der Blick unzählige Male am Tag hängenbleibt, ärgern mich, und ärgern bedeutet negative Energie und negative Energie kann ich überhaupt nicht brauchen!

Gegen Ende des Jahres wurde es mir zu bunt und ich habe mir ein System ausgedacht um dieser Kruschtelecken Herrin zu werden. (Mein Mann hat da eine höhere Frustrationsschwelle).

Mein Plan:

1. Mach Fotos von jeder einzelnen Kruschtelecke mit dem Handy.

2. Räum' eine Ecke nach der anderen auf und lösche anschließend das Foto von der Liste.

Oder, alternativ

3. Mach ein Foto von der aufgeräumten Ecke und hol dir einen Belohnungskeks!



Mit den Kindern habe ich es früher genauso gemacht. Wenn ich wollte, dass sie ihr Zimmer aufräumen, damit ich die Wollmäuse mal einsammeln konnte, machte ich ihnen zuerst eine gemalte und später dann eine geschriebene Liste mit den einzelnen Spielzeuggrüppchen die auf dem Fußboden verstreut waren: Lego, Playmobil, Barbie, Bücher, Kleidungsstücke etc. 

Mit dem abstrakten Begriff "aufräumen" tun sich Kinder beim Anblick eines völlig chaotisch zugerümpeltem Kinderzimmers schwer und wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Eine übersichtliche Liste hilft ihnen, einen Anfang zu finden und das Abhaken eines Punktes motiviert und macht stolz.

Mir geht es genauso. Ist die Aufgabe zu groß und zu komplex, bremst es die Inangriffnahme. Spaltet man sie in kleine Häppchen auf, die man Stück für Stück erledigen kann, ist das viel motivierender.

An dem Tag, an dem ich diese Idee hatte, war ich im Anschluss dermaßen motiviert, dass ich 7 von 10 Fotos löschen konnte. Und ich kann euch sagen: Allein der Anblick der Ordnung ist (für mich) Belohnung genug!

Damit die Ordnung auch Ordnung bleibt:


1. Alles braucht seinen Platz:

Damit die Ordnung auch Ordnung bleibt, braucht alles seinen Platz und damit auch alles, was wirklich gebraucht wird einen Platz bekommen kann, sollte man sich schnellstens der Sachen entledigen, die man eigentlich nicht braucht (2 Käsehobel!).

2. Spende alles was du nicht brauchst:

Dazu muss man nicht alle Sachen wegschmeißen. Es gibt sicher in der Nähe einen Oxfam oder EineWeltLaden, eine Tauschbörse, einen Trödelmarkt, wo man die gesammelten Werke abgeben kann.


3. Verkaufe, was sich verkaufen lässt:

Bücher, CDs und DVDs kann man wunderbar bei Momox.de verticken. Auf deren Webseite kann man die ISBN-Nummer oder den Barcode des Produktes eingeben und sieht sofort, wieviel man dafür bekommt. Zugegebenermaßen sind es meist Pfennigbeträge, aber manche DVDs oder auch gebundene Bücher sowie die sogannten "Coffee-Table-Books" gehen für gutes Geld weg.
Man packt alles in eine Kiste, legt den Lieferschein hinein und klebt den Retourenadressaufkleber drauf und kann das Paket umsonst zur Post geben. Anschließend kann man den Status der Einsendung auf der Webseite überprüfen. Es kommt vor, dass sie der Zustand mancher eingesendeter Bücher nicht überzeugt, wenn sie beispielsweise Beschädigungen aufweisen. Dann bekommt man dafür nichts.
Wir haben letzte Woche ein Paket mit 80 Büchern, CDs und DVDs eingesendet und dafür 112€ bekommen. Bis jetzt haben sie erst drei Sachen abgelehnt, die jeweils 0,15€ gebracht hätten. 
Andere Plattformen wie Ebay und Kleiderkreisel sind sicher auch bekannt!


4.Vermeide Spontankäufe:

Um sich nicht wieder von Neuem zuzumüllen, sollte man sich vor jedem Spontankauf ernsthaft fragen, ob man das fünfzehnte Ringelshirt wirklich braucht. Am Besten, man fährt erst mal nach Hause und hebt sich den Kauf für später auf. Es läuft ja nicht weg. Meistens hat man das ach so ersehnte Teil nach kürzester Zeit vergessen. Wenn das Herz tatsächlich dran hängt, fährt man eben wieder hin und besorgt es sich doch.


5. Vermeide den Schlußverkauf:

Man sollte der Versuchung widerstehen, etwas zu kaufen, bloß weil es gerade so billig ist. Kauf nur Sachen, die dir wirklich stehen, an denen du lange Freude hast und die eine gute Qualität haben. Mach dich frei von dem Gefühl, dass dir etwas unwiederbringlich davonläuft, wenn du es jetzt nicht mit nimmst. Das ist Quatsch!
Geh niemals Klamotten einkaufen, wenn du unglücklich oder frustriert bist. Es hat sich ja doch herumgesprochen, dass das Glücksgefühl über ein neu erworbenes Kleidungsstück oder Dekoteilchen ca 20 Minuten nachdem man zu Hause angekommen ist, bereits verschwunden ist.
Geh lieber ins Kino, rufe eine liebe Freundin an, oder triff dich mit jemanden zum Kaffee. Schnapp' dir deinen Fotoapparat, geh' spazieren und versuche die schönen Dinge festzuhalten.

6. Suche dir leckere Rezepte für deine gesammelten Zutaten:

Für den überfüllten Vorratsschrank habe ich den folgenden Tipp: Pinterest!
Gib beispielsweise "rote Linsen" in die Suchfunktion ein und such dir das leckerste, einfachste Rezept raus, besorg dir die fehlenden frischen Zutaten und leg los.
Ich hatte zum Beispiel Polenta gekauft, nur um festzustellen, dass es eigentlich keiner aus meiner Familie mag (außer mir). Trotzdem wollte ich den Beutel nicht wegwerfen. Bei Pinterest habe ich mehrere ungewöhnliche Rezepte gefunden, die einfach in der Zubereitung waren und von denen ich sicher war, dass meine Bande sich davon überzeugen lässt. Es hat geklappt.
Zur Not kann man die ungeliebte Zutat auch immer noch verschenken, bevor man sie wegwirft....!


So, nun noch etwas anderes: Gestern war ich im Krankenhaus zur Nachsorge und Nachbesprechung meiner OP-Ergebnisse. Es ist nichts Invasives gefunden worden und der nächste Kontrolltermin ist im nächsten Januar. 
Ich danke euch allen für eure lieben Gedanken und Wünsche - es hat geholfen.
Mein Mann hat mir vor lauter Freude einen Blumenstrauß mitgebracht, den ich jetzt beim Holunderblütchen verlinken werde.
Ich freue mich total und es ist, als hätte man mir mein Leben neu geschenkt.




Gros, gros, gros bisou
Sandra



Kommentare:

  1. Liebe Sandra, auch wenn wir uns nie persönlich begegnet sind, habe ich dich im Laufe unserer Korrespondenz so richtig ins Herz geschlossen. Ich freue mich so sehr mit dir und deiner Familie. Die Blumen deines Mannes sprechen Bände. Feiner Kerl, daß er weiß, was er an seiner Liebsten hat und das auch zum Ausdruck bringt.
    Dein Post kommt goldrichtig für mich. Im Augenblick rumort es wieder gewaltig in mir, was die hiesige Ordnung anbelangt. Nicht daß es so wahnsinnig unordentlich wäre, aber zumindest meinem Empfinden nach besitzen wir viel zu viele Sachen. Als wir vor acht Jahren herzogen, kamen mit einem Schlag drei Haushalte in diesem Haus zusammen. Drei Waschmaschinen, drei Staubsauger, drei Kaffeemaschinen, drei... und so weiter. So ziemlich alles mal drei. Vieles der voll funktionsfähigen Maschinen haben wir persönlich bis in die Haushalte von Bedürftigen getragen. Ich reduziere hier seit JAHREN. Unglaublich aber wahr! Das mit den Fotos finde ich eine ganz tolle Idee. Ich werde damit anfangen, es mal nach dieser deiner Methode anzugehen. Ganz herzlichen Dank für diesen Stupser! Ich drück dich!!!

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  2. die blumen = sehr schön ! ordnung = sehr gute tipps * werde sie in ruhe spaeter nochmal lesen :)
    bon weekend *

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  3. Das es dir nur gut geht!
    Diese Aufräumgeschichten hab ich Anfang des Jahres auch noch in Angriff genommen. Da gibt es eine app... Die hilft dir nur 15 Minuten am Tag etwas zu putzen und aufzuräumen. Wenn man dran bleibt ein klasse Gefühl.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Liebe Sandra, ich freue mich so!!!!!!
    Ich schicke dir virtuell gleich mein Blümchen noch dazu!
    Was deinen Post anbelangt, ich habe mich sofort in das Wort Gewandsessel verliebt. Das klingt so schön (und sieht so gar nicht schön aus) ;-)
    Deine Idee mit der Liste ist eigentlich nicht schlecht, aber wenn ich bedenke wie es manchmal im Kinderzimmer aussieht. Was müsste ich da sitzen und schreiben...
    "Günstige" Kleidungsstücke waren bei mir auch lange eine Gefahrenquelle. Mittlerweile bin ich vernünftiger. Nein, wenn das Kleidungsstück nicht richtig sitzt, dann sieht es auch für nur 10,- nicht besser aus!! Bei Momox habe ich auch schon verkauft. Und bei Regalfrei. Lief beides gut.
    Liebe Freudengrüße
    Jutta

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  5. Wie wunderbar, dass es Dir gut geht! So soll es bleiben!
    Ja, das Aufräumen und Ausmisten gehe ich gerade auch an. Wenn man wieder eine Ecke, einen Schrank, ein Zimmer vom Überflüssigen erleichtert hat, dann fühlt man sich auch ein bisschen befreit.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. Sandra, eine schönere Nachricht kann ich mir nicht vorstellen...
    Bisous
    Astrid

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  7. Oh Mann, liebe Sandra! Das ist ja völligst an mir vorbei gegangen. Ich drück Dich mal virtuell ganz doll und freue mich sehr, daß es nun gute Nachrichten gibt. Ich glaube da startest Du das neue Jahr sehr gut mit einer großen Entrümpelung. Sollten wir alle viel öfters mal machen und uns von Dingen befreien die uns nicht gut tun. In jederlei Hinsicht. Das Leben ist einfach viel zu kurz. Besinnen wir uns also auf das Wesentliche und genießen jeden Augenblick. Allerliebste Grüße nach Brüssel, Nadine

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