12. Januar 2016

Time to say sorry!




Wie fange ich es an?

I am sorry!




Ich musste mein Leben neu sortieren und Manches hatte darin temporär keinen Platz.

Ich habe mir die Sinnfrage dieses Blogs gestellt (den auch Sarah sich kürzlich gestellt hat): braucht diese Welt diesen Blog?

Dass mein Sohn nach Hongkong gegangen ist, war es gar nicht, sondern diese blöde Diagnose, die ich nach einer Mammographie und anschließender Biopsie bekommen habe - LCIS, die mich aus der Bahn geworfen hat.

Ich musste die Tragweite dieses Befundes erfassen und verarbeiten - parallel dazu ist meine beste Freundin an invasivem Brustkrebs erkrankt (ja, schon wieder eine).

Im Internet kursieren viele Informationen über LCIS. Von halbjährlichen Screening bis zur Amputation beider Brüste und Eierstöcke ist alles dabei - sehr ermutigend und beruhigend. Das machte es mir unheimlich leicht.

Krebs kann wirklich jeden treffen: Nichtraucher, Vegetarier, Kaum-Alkhohol-Trinker, glückliche, sportliche Menschen ohne Stress, ohne erbliche Vorbelastung. Es macht vor keinem Halt und man kann sich auch nicht wirklich schützen.

Das ist so! Sicher, man kann sein Schicksal herausfordern mit Kettenrauchen, Alkoholismus und ausdauerndem Konsum von stark gegrilltem Fleisch und nitritgepökelten Würstchen. Aber es klappt auch so!

Nach der K.O.-Phase der Konfrontation kam eine Phase der Euphorie. Wo ich mich zuerst gefragt habe, was das alles überhaupt für einen Sinn hat, fing ich an mich über den letzten Scheiß zu freuen, gut gelaunt singend im Brüsseler Stau zu stehen und grinsend durch die Gegend zu laufen.

Leider gibt es kein Ende vom Lied, keine endgültige Konsequenz. Es wird beobachtet, geschallt, geröngt und gemagnetresonanzt was das Zeug hält und meine Chance an invasivem Brustkrebs zu erkranken liegt immer noch unter 10%. Oder anders gesagt: Ich habe eine etwa 90%ige Chance NICHT daran zu erkranken. Damit arbeite ich und mit nichts sonst!

Ich habe mich verändert, aber es geht mir gut und ich blicke nach vorn. Manchmal blicke ich gerne nach vorn und manchmal gerne und ein bisschen wehmütig zurück.

Wo es mit diesem Blog hingeht, weiß ich noch nicht. Lust hätte ich schon, ihn wiederzubeleben, ehrlich gesagt.

Auf jeden Fall bitte ich euch um Verzeihung für mein Stillschweigen!

Gros bisou
Sandra

P.S.: Das Artischockenherz ist für euch.


Kommentare:

  1. Liebe Sandra, ich wüßte auch nicht, was ich in deinem Fall getan hätte. Ich weiß nur, daß du hier gefehlt hast. Ja, der Krebs ist grausam und kann jederzeit jeden treffen. Inzwischen gibt es etliche Menschen aus unserem Kreis, die davon betroffen sind. Totgesagte haben es geschafft, den Krebs zu besiegen. Nichts scheint unmöglich. Andere kämpfen noch.
    Du bist ein ganz besonderer Mensch. Ich bewundere deine Art, mit dieser Sache umzugehen und wünsche dir das Allerbeste. Und freuen würde ich mich, wenn der Blog weiterbelebt wird. Liebe Grüße und eine feste Umarmung.

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  2. Ich habe mich schon gefragt, wo du abgeblieben bist.
    Wenn ich es recht verstehe, geht es dir gut?!
    Schön wäre es schon, wenn du weiter machen würdest.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. danke liebe sandra für deine offene worten, es ist bestimmt nicht ein leichter weg für dich * und ich wäre sehr froh weiter hier zu lesen !
    ganz herzliche grüsse

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  4. Ach liebe Sandra...das ist keine einfache Situation...ich kann das gut verstehen. Aber wenn wir Menschen nicht die Fähigkeit hätten, am Ende immer wieder nach vorn zu blicken, dann würde es uns wahrscheinlich schon nicht mehr geben...Ich drücke dir die Daumen! LG Lotta.

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  5. Liebe Sandra,
    ich habe immer mal wieder bei dir vorbeigesehen und dachte du hättest einfach gerade keine Lust. Hm, ja schön wäre das. Ich kann gut verstehen, was du da beschreibst.
    Ich drücke ganz fest die Daumen, verliere deinen Optimismus nicht.
    Liebe Grüße
    Jutta

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  6. Einfach: Gut, dass du wieder da bist: Gut, dass du einen Weg gefunden hast, wie DU damit umgehst.
    Ich selbst habe auf diesem Gebiet für mich eine Entscheidung getroffen. Gesund ist nur der, der noch nicht gründlich untersucht worden ist, sagt mein Hausarzt.
    Der Sinn solcher Diagnosen? Das frage ich mich angesichts deiner Geschichte wieder einmal. Ja, dass du nicht mehr die bist, die du vorher warst. Die neue Sandra drücke ich einmal ganz feste virtuell...
    Herzlichst
    Astrid

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  7. Liebe Sandra,

    bin in Gedanken bei dir und drück dich... was soll ich sonst sagen?
    Ich bin nicht gut un diesen Dingen.

    Liebe Grüße aus Berlin
    Doreen

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  8. Ach Sandra,

    was soll ich sagen ... ich war auch länger nicht da und wenn ich bei dir lese kommen die letzten Jahre mit meiner Schwiegermutter wieder hoch ... wie du schon sagst ... es kann jeden treffen und wir können einfach nur versuchen das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen. Das versuche ich gerade auch - wenn auch aus anderen Gründen. Irgendwas ist immer ...

    Ich drück dich einfach mal ganz fest!

    Ganz liebe Grüße,
    kroetinchen

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